Samstag, 31. Juli 2010

der 3. Tag

Puuh, große Erleichterung - die erste Nacht mit halbwegs vernünftigem Schlaf. Ob es die Gewohnheit ist oder das halbe Glas Wein gestern Abend? Oder war es das erste Lachen. Da erinnerte Arndt, dass ich am ersten Abend noch gesagt hatte, wenn ich nach 6 Wochen so lachen kann wie ihr, habe ich viel erreicht. (Ich hatte das Glück am ersten Abend direkt mit anderen Patienten Kartenspielen zu können. Ohne Fernseher und mit PC ohne Onlinezugang ein wahrer Segen). Mit Schlaf ist man ein neuer Mensch. Da klappte auch direkt das Gespräch beim Frühstücken besser. Ich habe mit meinen Tischnachbarn Glück gehabt. Nette, freundliche Menschen, die so essen können, dass einem nicht der Appetit vergeht. Um die optimale Ernährung zu erhalten, müsste ich den Tisch wechseln. Nee, ohne mich. Beim Essen verbringt man genug Zeit. Heute war ich zweimal shoppen. Der wichtigste Kauf brachte mich um mein wohlverdientes Mittagessen. Dafür beschert er euch jetzt das hier. Beim zweiten Mal unterstütze ich meine Tischnachbarin Amelie, die mit mir angereist ist. Der Sommerschlussverkauf brachte schöne Dinge günstig her. Da ich vor der Reha gründlich war, habe ich mich selbst ordentlich gebremst. Ich bin froh, dass ich an der ersten Ausflugsfahrt nicht teilgenommen habe. Die Krankenschwester sagte, es braucht 1-2 Wochen bis man ankommt. Ich hatte im stillen nur dabei gebetet, dass sich das bloß nicht auf den Schlaf bezieht. Den dann bräuchte ich das Häuschen mit den geschlossenen Gardinen. Ich bin in den letzten Tagen schon oft genug irgendwo gegen gerannt und war auch so dankbar, dass die anderen Neuen - vor allem Amelie den Durchblick hatte. Das glich sich schön aus, denn manchmal hatte ja auch ich helle Momente. Da die Tabletten die Gedächtnisleistung herabsetzen, ist das nicht selbstverständlich. Das Gefühl unter Strom zu stehen ist heute gewichen. Unruhig bin ich dennoch. Auch jetzt gerade: sehe ich doch, dass es draussen noch schön ist und ein Spaziergang angebracht wäre. Andererseits höre ich vom Aufenthaltsraum Gelächter. Heute hat sich das erste Mal das Gefühl gebildet, ich bin hier richtig. Bisher haben wir beim Baustellenlärm Glück gehabt. Ich hörte, dass es als eine sehr gute Reha zählt und vielleicht ist die große räumliche Entfernung doch von großem Nutzen. Apropo Entfernung: Für heute zumindest wenn kein "Schlaflos in ..." auftaucht, empfehle ich mich.

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